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<title>Lips Tullian</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Lips Tullian</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Lips Tullian</b>, seltener in der Schreibweise <i>Lips Tulian</i> (* 1675/1683; † <a href="8._M%C3%A4rz" title="8. März">8. März</a> <a href="1715" title="1715">1715</a> in <a href="Dresden" title="Dresden">Dresden</a>), ist das Pseudonym des Anführers einer sächsischen <a href="R%C3%A4uber" title="Räuber">Räuberbande</a> im frühen 18. Jahrhundert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Leben_vor_seiner_Bekanntheit">Leben vor seiner Bekanntheit</h3></div>
<p>Viele Daten aus den früheren Lebensabschnitten Lips Tullians sind nicht bekannt oder zumindest fragwürdig. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass er damals noch völlig unbekannt war. Ferner müssen die vorliegenden Angaben über ihn angezweifelt werden, weil er als Räuber einer Meißener Legendenbildung ausgesetzt war und ohnehin die meiste Zeit untergetaucht oder in Gefangenschaft verbrachte.
</p><p>Uneinigkeit besteht zunächst über seinen tatsächlichen Namen. Dieser lautet nach manchen Quellen <i>Elias Erasmus Schönknecht</i>,<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> nach anderen jedoch <i>Philipp Mengstein</i><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (daher wohl auch der Name <i>Lips</i>, eine Kurzform von <i>Philipp</i>). Fraglich sind auch sein Geburtsort, der oft mit <a href="Stra%C3%9Fburg" title="Straßburg">Straßburg</a> angegeben wird, sowie das Jahr seiner Geburt, die wohl entweder 1675 oder 1683 war. Lips Tullian soll als Sohn eines kaiserlichen <a href="Leutnant" title="Leutnant">Leutnants</a> geboren worden sein und in Straßburg oder den <a href="Niederlande" title="Niederlande">Niederlanden</a> als Wachtmeister in einem kaiserlichen <a href="Dragoner" title="Dragoner">Dragonerregiment</a> gedient haben, weshalb er in seinem späteren Leben auch <i>Der Wachtmeister</i> genannt wurde.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nachdem er angeblich im Jahr 1702 in einem <a href="Duell" title="Duell">Duell</a> einen Kameraden getötet hatte, habe er den Dienst quittieren und fliehen müssen und sei zunächst ziellos umhergezogen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Auftauchen_in_Prag_und_Dresden">Auftauchen in Prag und Dresden</h3></div>
<p>Ab dieser Zeit werden die Angaben über ihn verlässlicher, da er nun in die Zeitgeschichte eintrat und öffentliche Bekanntheit erlangte. Zuerst taucht der Name Lips Tullian 1702 in <a href="Prag" title="Prag">Prag</a> und Umgebung auf. Dort trieb er sein Unwesen, indem er in Kirchen einbrach und Kramläden überfiel. Im November desselben Jahres kam er ins <a href="Kurf%C3%BCrstentum_Sachsen" title="Kurfürstentum Sachsen">Kurfürstentum Sachsen</a>, wo damals mehrere Räuberbanden aktiv waren. <a href="August_der_Starke" title="August der Starke">August der Starke</a> zeigte in dieser Zeit nur wenig Interesse für die schlechte Sicherheitslage auf den Straßen seines Kurfürstentums. Vielmehr hatte er vorrangig den damals tobenden <a href="Gro%C3%9Fer_Nordischer_Krieg" title="Großer Nordischer Krieg">Großen Nordischen Krieg</a> im Blick. So war es Kriminellen wie Lips Tullian über längere Zeit möglich, unentdeckt zu bleiben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zeit_als_Bandenanführer"><span id="Zeit_als_Bandenanf.C3.BChrer"></span>Zeit als Bandenanführer</h3></div>
<p>Lips Tullian arbeitete sich zum Anführer einer berüchtigten Räuberbande herauf, die er – eventuell nach dem <a href="Schwarze_Garde_(Landsknechtsregiment)" title="Schwarze Garde (Landsknechtsregiment)">gleichnamigen niederländischen Landsknechtregiment</a> – mit dem Namen <i>Schwarze Garde</i> versah. Sie besaß einen primitiven Unterschlupf im Tännichtgrund, am <a href="Colmnitzbach" title="Colmnitzbach">Colmnitzbach</a> bei <a href="Naundorf_(Bobritzsch-Hilbersdorf)" title="Naundorf (Bobritzsch-Hilbersdorf)">Naundorf</a> im südlichen <a href="Tharandter_Wald" title="Tharandter Wald">Tharandter Wald</a>, wo bis heute eine etwa 450 Meter hohe Erhebung den Namen <i>Lips-Tullian-Felsen</i> trägt, und später in einem Haus in <a href="Niederbobritzsch" title="Niederbobritzsch">Niederbobritzsch</a>. In der nahen, (angeblich) durch unterirdische Fluchtwege mit dem Wald verbundenen, später verschütteten Höhle <a href="Diebeskammer" class="mw-redirect" title="Diebeskammer">Diebeskammer</a>, die sich heute zufällig exakt im geographischen <a href="Mittelpunkt_Sachsens" title="Mittelpunkt Sachsens">Mittelpunkt des Freistaats Sachsen</a> befindet und auch vom Räuberhauptmann <a href="Johannes_Karasek" title="Johannes Karasek">Johannes Karasek</a> genutzt worden sein soll,<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> lagerte die Bande angeblich ihre Beute. Ein besonders lohnendes Ziel der Räuber dürfte die <a href="Silberstra%C3%9Fe" title="Silberstraße">Silberstraße</a> gewesen sein, die in der Nähe auf dem Weg von <a href="Scharfenberg_(Klipphausen)" title="Scharfenberg (Klipphausen)">Scharfenberg</a> (Elbe) und <a href="Grund_(Wilsdruff)" title="Grund (Wilsdruff)">Grund</a> (Tharandter Wald) in die Hütten nach <a href="Freiberg" title="Freiberg">Freiberg</a> vorbeiführte, aber auch die <a href="Salzstra%C3%9Fe" title="Salzstraße">Salzstraße</a> zwischen Naundorf und <a href="Colmnitz_(Klingenberg)" title="Colmnitz (Klingenberg)">Colmnitz</a> und der <a href="Heiliger_Weg" title="Heiliger Weg">Fürsten- oder Herrenweg</a> von Dresden über <a href="Jagdschloss_Grillenburg" title="Jagdschloss Grillenburg">Grillenburg</a> nach Freiberg und <a href="Jagdschloss_Augustusburg" title="Jagdschloss Augustusburg">Augustusburg</a> bei <a href="Fl%C3%B6ha" title="Flöha">Flöha</a>. Die <i>Schwarze Garde</i> war zeitweise 60 Mitglieder stark und operierte auch überregional.
</p><p>Von Lips Tullian im Haus des Grafen <a href="Wolf_Dietrich_von_Beichlingen" title="Wolf Dietrich von Beichlingen">Wolf Dietrich von Beichlingen</a> am <a href="Altmarkt_(Dresden)" title="Altmarkt (Dresden)">Altmarkt</a> in Dresden entwendetes Geschirr wurde ihm jedoch zunächst zum Verhängnis. Nachdem er aufgeflogen war, verhaftete man ihn in <a href="Leipzig" title="Leipzig">Leipzig</a> und inhaftierte ihn in der <a href="Dresdner_Befestigungsanlagen" title="Dresdner Befestigungsanlagen">Dresdner Festung</a>, die die <a href="Innere_Altstadt" title="Innere Altstadt">Altstadt</a> umgab. Im Jahr 1704 konnte Lips Tullian jedoch schon nach kurzer Gefangenschaft über den Festungswall und den zugefrorenen Stadtgraben gemeinsam mit sieben weiteren Gefangenen<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> fliehen. In der Folgezeit dehnte seine Räuberbande ihren Wirkungskreis bis nach <a href="Th%C3%BCringen" title="Thüringen">Thüringen</a>, an den <a href="Harz_(Mittelgebirge)" title="Harz (Mittelgebirge)">Harz</a>, in die <a href="Lausitz" title="Lausitz">Lausitz</a> und nach <a href="B%C3%B6hmen" title="Böhmen">Böhmen</a> aus. So wurden Fälle aus <a href="Jena" title="Jena">Jena</a>, <a href="Aschersleben" title="Aschersleben">Aschersleben</a><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Prag berichtet. Nur ein Jahr später wurde er wieder in Leipzig festgenommen und zu lebenslangem <a href="Zuchthaus" title="Zuchthaus">Zuchthaus</a> verurteilt. In der damals dreiklassigen Einteilung der Straftäter zählte man den Räuberhauptmann zu den <i>boshaften und gefährlichen Verbrechern</i>.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um ihn an einem erneuten Ausbruch zu hindern, schmiedete man Lips Tullian teilweise an die Festungsmauer. Nach jahrelanger <a href="Zwangsarbeit" title="Zwangsarbeit">Zwangsarbeit</a> gelang ihm 1710, diesmal mit Hilfe eines Nachschlüssels, trotzdem die Flucht.
</p>
<p>Wieder unter ihrem Anführer, plünderte die <i>Schwarze Garde</i> viele Kirchen und Häuser in der <a href="Erzgebirge" title="Erzgebirge">osterzgebirgischen</a> Gegend von Freiberg bis zum <a href="M%C3%BCglitz_(Fluss)" title="Müglitz (Fluss)">Müglitztal</a>. Eines der Ziele war 1710 die Kirche von <a href="Glash%C3%BCtte_(Sachsen)" title="Glashütte (Sachsen)">Glashütte</a>, deren Inventar weitgehend geraubt wurde. Den Überlieferungen nach seien anschließend noch mehrere Tage lang viele Schaulustige zum Tatort geströmt. Auch aus <a href="Possendorf_(Bannewitz)" title="Possendorf (Bannewitz)">Possendorf</a> ist ein Überfall bekannt. Oftmals trat die Bande aber auch ohne Lips Tullian auf. Dieser zog es häufig vor, zum Schein ein normales bürgerliches Leben zu führen. Gemeinsam mit seiner Geliebten Marianne residierte er zumeist in Dresden, aber auch in anderen Städten Sachsens. Lips Tullian erschien als wohlhabender <a href="Kavalier" title="Kavalier">Kavalier</a>, kundschaftete zugleich aber neue Ziele für die Räuberbande aus, die er an seine Hauptleute weitergab. Trotzdem führte er die <i>Schwarze Garde</i> von Zeit zu Zeit aber persönlich bei Raubzügen an.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Endgültige_Gefangenschaft_und_Hinrichtung"><span id="Endg.C3.BCltige_Gefangenschaft_und_Hinrichtung"></span>Endgültige Gefangenschaft und Hinrichtung</h3></div>
<p>Nachdem die Schlachten bei <a href="Schlacht_bei_Kalisch_(1706)" title="Schlacht bei Kalisch (1706)">Kalisch</a> und <a href="Schlacht_bei_Poltawa" title="Schlacht bei Poltawa">Poltawa</a> nach und nach zu einer für Sachsen nicht ungünstigen Wende in den <a href="Nordische_Kriege" title="Nordische Kriege">Nordischen Kriegen</a> geführt hatten, wandte sich August der Starke verstärkt der Bandenkriminalitätsproblematik zu. Es kam zu verschärften Kontrollen und Haftstrafen für viele verdächtige, aber meist unschuldige Personen. Die <a href="Polizei" title="Polizei">Polizeikräfte</a> waren zu größerer Wachsamkeit angehalten. Im Jahr 1711 erregte Lips Tullian schließlich die Aufmerksamkeit eines Wächters am Freiberger Stadttor. Zwar konnte der Räuberhauptmann den Torwächter noch erstechen, wurde aber schließlich überwältigt und kam in Festungshaft.
</p><p>Zwei Jahre später wurde ein wahrscheinlich von Lips Tullian eingefädelter Ausbruchsversuch mehrerer Gefängnisinsassen entdeckt. Nach mehrtägiger <a href="Folter" title="Folter">Folter</a> unter Dauerfesselung und vielen Verhören legte er schließlich ein umfassendes Geständnis ab, das die Verhaftung des größten Teils seiner <a href="Bande_(Gruppe)" title="Bande (Gruppe)">Bande</a> und beteiligter <a href="Hehlerei" title="Hehlerei">Hehler</a> zur Folge hatte. Im Oktober 1714 verurteilte der <a href="Sch%C3%B6ppenstuhl_zu_Leipzig" title="Schöppenstuhl zu Leipzig">Schöppenstuhl zu Leipzig</a> Lips Tullian und seine Hauptleute zum qualvollen <a href="Todesstrafe" title="Todesstrafe">Tod</a> durch <a href="R%C3%A4dern" title="Rädern">Rädern</a>. Das Urteil wurde später durch eine <a href="Begnadigung" title="Begnadigung">Begnadigung</a> des Kurfürsten in <a href="Enthauptung" title="Enthauptung">Enthauptung</a> gemildert, da der Räuberhauptmann acht seiner Mitstreiter zu freiwilligen Geständnissen bewegen konnte.
</p><p>Am 8. März 1715 vollstreckte man das Urteil. Nachdem es zunächst auf dem zentralen <a href="Altmarkt_(Dresden)" title="Altmarkt (Dresden)">Marktplatz</a> Dresdens verlesen worden war, <a href="Beichte" title="Beichte">beichtete</a> Lips Tullian seine Taten und erhielt die <a href="Absolution" title="Absolution">Absolution</a>. Anschließend sprach er kurz an das zahlreich anwesende Volk und ermahnte es zu tugendhaftem Lebenswandel. Danach wurde der Räuberhauptmann Lips Tullian vorm <a href="Schwarzes_Tor_(Dresden)" title="Schwarzes Tor (Dresden)">Schwarzen Tor</a> in <a href="Altendresden" title="Altendresden">Altendresden</a> im Beisein Augusts des Starken und etwa 20.000 sächsischer Bürger durch das Schwert <a href="Enthauptung" title="Enthauptung">enthauptet</a>. Auch vier andere Räuber aus seiner Bande<sup id="cite_ref-Schloss_Nossen_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-Schloss_Nossen-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> richtete man an diesem Tage hin. 1716 wurden seine Verbrechen und sein Ende zur Abschreckung erstmals veröffentlicht. Die letzten Mitglieder der <i>Schwarzen Garde</i> wurden erst 1718 gefasst und verurteilt. Die <a href="Raub" title="Raub">Räuberei</a> in Sachsen soll deshalb in der Folgezeit insgesamt deutlich nachgelassen haben, flammte aber regelmäßig, bedingt durch Hungersnöte und <a href="Inflation" title="Inflation">Inflation</a>, wieder auf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Erwähnungen_in_der_Literatur"><span id="Erw.C3.A4hnungen_in_der_Literatur"></span>Erwähnungen in der Literatur</h2></div>
<p>Die legendäre Figur des Lips Tullian wird in verschiedenen Erzählungen erwähnt. So heißt es zum Beispiel in der um 1747 von <a href="Christian_F%C3%BCrchtegott_Gellert" title="Christian Fürchtegott Gellert">Christian Fürchtegott Gellert</a> verfassten <a href="Fabel" title="Fabel">Fabel</a> <i>Der Hund</i>:
</p><p><i>(…) Phylax, dem Lips Tullian, Der doch gut zu stehlen wußte, Selber zweimal weichen mußte; (…)</i><sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahr 1764 taucht eine Begebenheit von Lips Tullians Hinrichtung im 6. Gesang von <a href="Moritz_August_von_Th%C3%BCmmel" title="Moritz August von Thümmel">Moritz August von Thümmels</a> <i>Wilhelmine</i> auf:
</p><p><i>(…) oder so, wie der große Lips Tullian auf dem Richtplatze, da schon der Stab gebrochen ist, noch für seine Nase besorgt, um eine Prise Rappee bath. Noch schnupft’ er ihn mit süßer Empfindung, in dieser entscheidenden furchtbaren Minute — reckte darauf mit einem Seufzer den Hals dar, und befand sich in der anderen Welt, eh’ er — niesen konnte. (…)</i><sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Wilhelm_Raabe" title="Wilhelm Raabe">Wilhelm Raabe</a> verewigte den Namen Lips Tullians, der ihm wohl aus der Gellert-Fabel bekannt war,<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1876 in seinem <i>Horacker</i>, Kapitel 7:
</p><p><i>(…) „Nur ruhig Blut, Frau“, sprach der alte Eckerbusch. „Da geht er hin nach der dritten Deklination lepus, leporis, lepori! Ganz Epicoenum! Ein grammatisches Genus, welches beide Geschlechter begreift, Sie und mich, Witwe Horacker!… Ja, gottlob, es war nur ein Hase; beruhigen Sie sich, Windwebel! Bleiben Sie sitzen, Lips Tullian!“ Der Lips Tullian stammte aus dem Gellert des Pastors Winckler zu Gansewinckel, und zuerst jetzt ging dem Konrektor die Idee auf, seinen Räuber mit nach Gansewinckel zum Pastor Krischan Winckler zu führen. Er nannte das, verhältnismäßig erleichtert, „einen Gedanken“; und er hatte recht, es war einer. (…)</i><sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Auch in der <a href="Tschechien" title="Tschechien">tschechischen</a> Literatur wird die Figur Lips Tullians erwähnt. So gibt es dort von Jaroslav Weigel und Kája Saudek seit 1981 eine ganze <a href="Comic" title="Comic">Comicserie</a> namens <i>Lips Tullian</i>.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Trivia">Trivia</h2></div>
<ul><li>In Teilen Sachsens kennt man das <a href="Sprichwort" title="Sprichwort">Sprichwort</a>: <i>Wer nichts hat, dem kann auch Lips Tullian nichts stehlen.</i><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Ein Turm des <a href="Schloss_Nossen" title="Schloss Nossen">Schlosses Nossen</a>, in dem sich ein altes Verlies befindet, wird <i>Lips-Tullian-Turm</i> genannt.<sup id="cite_ref-Schloss_Nossen_8-1" class="reference"><a href="#cite_note-Schloss_Nossen-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.naundorf.org/lips%20tullian.html">Naundorf bei Freiberg: Lips Tullian</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Roland Adloff: <i>Der Goldkocher. Die wahre Geschichte des Lips Tullian, Sohn des gleichnamigen Haupträubers, und Alchemicus zu Berlin.</i> Eichborn, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-8218-0896-9.</li>
<li>Heiner Boehnecke, Hans Sarkowicz (Hrsg.): <i>Sachsens böse Kerle. Räuber, Schmuggler, Wilderer</i>. Eichborn, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-8218-1174-9.</li>
<li>Uwe Danker: <i>Räuberbanden im Alten Reich um 1700. Ein Beitrag zur Geschichte von Herrschaft und Kriminalität in der frühen Neuzeit.</i> Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-28307-3.</li>
<li>Ernst Frei: Lips Tullian und seine Raubgenossen. Eine romantische Schilderung der Thaten dieses furchtbaren Räuberhauptmanns und seiner Bande. Oeser, Neusalza 1854 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://digital.slub-dresden.de/id401954692">Digitalisat</a>)</li>
<li>Heinz Weise (Hrsg.): <i>Mark Meißen.</i> F.A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1989</li>
<li><i>Des bekannten Diebes Mörders und Räubers Lips Tullians und seiner Complicen Leben und Ubelthaten…</i>. Krause. Dresden 1716 (2. Aufl. 1719) (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=yz9MAAAAcAAJ&pg=PA1#v=onepage&q&f=false">Digitalisat</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fußnoten"><span id="Fu.C3.9Fnoten"></span>Fußnoten</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.today/20130210215442/http://www.dresden-und-sachsen.de/dresdner_umland/tharandt_lipstullian.htm"><i>Tharandter Wald: Räuber Lips Tullian.</i></a> In: <i>Dresden-und-Sachsen.de.</i> Archiviert vom <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.dresden-und-sachsen.de%2Fdresdner_umland%2Ftharandt_lipstullian.htm">Original</a></span> (nicht mehr online verfügbar) am <span style="white-space:nowrap;">10. Februar 2013</span><span>;</span><span class="Abrufdatum"> abgerufen am 13. März 2013</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ALips+Tullian&rft.title=Tharandter+Wald%3A+R%C3%A4uber+Lips+Tullian&rft.description=Tharandter+Wald%3A+R%C3%A4uber+Lips+Tullian&rft.identifier=https%3A%2F%2Farchive.today%2F20130210215442%2Fhttp%3A%2F%2Fwww.dresden-und-sachsen.de%2Fdresdner_umland%2Ftharandt_lipstullian.htm&rft.source=http://www.dresden-und-sachsen.de/dresdner_umland/tharandt_lipstullian.htm"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.sagen.at/texte/sagen/deutschland/sachsen/lips_tullian.html">Der Lips Tullian Felsen</a></i>, sagen.at</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=110465"><i>Lips Tullian</i></a>, in: <i>Meyers Konversationslexikon</i>, Vierte Auflage, 1885–1892, 10. Band, S. 824.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.today/20130907134700/http://www.elblandtouren.de/cgi-bin/click.system?act=touren_list&navid=100&id=15&sid=bnVQLVg1fzj1MKDIVJUFFjkDcqOI7czJ">Tour Wanderung zum Mittelpunkt Sachsens</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 7. September 2013 im Webarchiv <i><a href="Archive.today" title="Archive.today">archive.today</a></i>), elblandtouren.de</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic">Lips Tullian</cite>. In: <a href="Heinrich_August_Pierer" title="Heinrich August Pierer">Heinrich August Pierer</a>, <a href="Julius_L%C3%B6be" title="Julius Löbe">Julius Löbe</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic"><a href="Universal-Lexikon_der_Gegenwart_und_Vergangenheit" title="Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit">Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit</a></cite>. 4. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>10</span>: <i>Lackfarbe–Matelen</i>. Altenburg 1860, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>416–417</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/nid/20010351973">Digitalisat.</a> <a href="Zeno.org" title="Zeno.org">zeno.org</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Lips+Tullian&rft.atitle=Lips+Tullian&rft.btitle=Universal-Lexikon+der+Gegenwart+und+Vergangenheit&rft.date=1860&rft.edition=4.&rft.genre=book&rft.pages=416-417&rft.place=Altenburg&rft.volume=Band+10%3A+Lackfarbe-Matelen" style="display:none"> </span></span>
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<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Ludwig Wilhelm Schrader: <i>Geschichte der Stadt Aschersleben während des dreißigjährigen Kriegs.</i> Haller, Aschersleben 1852, S. 22 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=yX0AAAAAcAAJ&pg=PA22&q=Lips#v=onepage">Digitalisat</a> in der Google-Buchsuche).</span>
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<li id="cite_note-Schloss_Nossen-8"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Schloss_Nossen_8-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Schloss_Nossen_8-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20131228061731/http://www.schloss-nossen.de/de/ueber_das_schloss/lips_tullian/"><i>Lips Tullian und Schloss Nossen.</i></a> Archiviert vom <span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.schloss-nossen.de%2Fde%2Fueber_das_schloss%2Flips_tullian%2F">Original</a></span> (nicht mehr online verfügbar) am <span style="white-space:nowrap;">28. Dezember 2013</span><span>;</span><span class="Abrufdatum"> abgerufen am 13. März 2013</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ALips+Tullian&rft.title=Lips+Tullian+und+Schloss+Nossen&rft.description=Lips+Tullian+und+Schloss+Nossen&rft.identifier=https%3A%2F%2Fweb.archive.org%2Fweb%2F20131228061731%2Fhttp%3A%2F%2Fwww.schloss-nossen.de%2Fde%2Fueber_das_schloss%2Flips_tullian%2F&rft.source=http://www.schloss-nossen.de/de/ueber_das_schloss/lips_tullian/"> </span></span>
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